Botanischer Garten Val Rahmeh

Botanischer Garten Val Rahmeh
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Zwischen Palmen und Seerosen wartet eine Oase der Ruhe.

Der Botanische Garten Val Rahmeh in Menton verbindet tropische Exotik mit mediterranem Charme. Hier gedeihen 1.800 subtropische, tropische und mediterrane Pflanzenarten auf nur 1,5 Hektar. Du entdeckst einen Ort, an dem Wissenschaft auf Sinnesfreude trifft.

Sir Percy Radcliffe liess sich 1905 mit seiner Frau Rahmeh nieder. Der Name bedeutet "Ruhe" im Arabisch-Persischen. Diese Ruhe spürst du noch heute zwischen den schattigen Alleen und plätschernden Brunnen. Der Garten erzählt Geschichten von englischen Exzentrikern und botanischen Pionieren.

1966 wurde das Anwesen dem Muséum national d'Histoire naturelle anvertraut, das daraus einen botanischen Garten machte. Heute spielt Val Rahmeh eine wichtige Rolle bei der Akklimatisation exotischer Pflanzen und der Erhaltung bedrohter Arten.

Eine bewegte Geschichte

Das Anwesen wurde im 19. Jahrhundert von der Familie De Monléon gegründet. Es bestand aus landwirtschaftlichen Flächen und einem Gebäude von 1875. Olivenhaine und Zitronenbäume prägten die terrassierten Hänge.

Lord Percy Radcliffe, General der britischen Armee und ehemaliger Gouverneur von Malta, erwarb das Anwesen 1905 mit seiner Frau. Nach dem Kauf weiterer Flächen verwandelte er alles in einen Landschaftsgarten mit exotischen Arten. Die Palmenallee am Eingang stammt aus dieser Zeit.

1957 erwarb Miss Maybud Campbell das Anwesen. Sie vergrösserte den Garten um die unteren Flächen mit dem Teich voller Lotusblumen und Seerosen. Als begeisterte Blumenliebhaberin brachte sie prächtige Zierpflanzen in den Garten.

Die Übernahme durch das Naturhistorische Museum 1966 markierte eine Wende. Die von Amateuren zusammengetragene Pflanzensammlung wurde katalogisiert und wissenschaftlich bewertet. Val Rahmeh wurde zu einem botanischen Garten mit Funktionen für Erhaltung, Sammlungserweiterung und Wissensvermittlung.

Ein Paradies für Pflanzenliebhaber

Um die pflanzliche Vielfalt zu veranschaulichen, wurde die Sammlung über die Jahre erweitert. In den 1970er Jahren waren 700 Arten identifiziert, heute sind es 1.800 Arten aus 160 Familien und 700 Gattungen.

Du unternimmst eine Reise über beide Hemisphären. Die Pflanzen in Val Rahmeh stammen aus Griechenland, Afrika, den Kanaren, China, Mexiko, Neukaledonien und Neuseeland. Von mediterranen Olivenbäumen über 30 Zitrusarten bis zu spektakulären exotischen Arten reicht die Palette.

Der Stadtteil Garavan, der mildeste in Menton, profitiert von aussergewöhnlichen klimatischen Bedingungen. Mit Blick aufs Meer und geschützt durch einen nördlichen Bergkranz ist er wärmer und feuchter als der Rest der Küste. Bei einer durchschnittlichen Jahrestemperatur von über 16°C entsteht eine subtropische Atmosphäre.

Thematische Bereiche entdecken

Der Botanische Garten Val Rahmeh in Menton gliedert sich in verschiedene Zonen. Am Eingang stehen tropische Umgebungen im Mittelpunkt – sowohl trocken (Agaven, Kakteen) als auch feucht (Bambus, Baumfarne). Weiter hinten siehst du mediterrane Pflanzen mit Olivenbäumen. Am Ende blühen Lotusblumen und riesige Seerosen im Teich, nahe australischer Pflanzen.

Avocadobäume, Papayabäume, Guavenbäume, Bananenbäume, Palmen, Passionsblumen und Zitrusbäume zeigen ihre köstlichen Schätze. In zwei speziellen Bereichen findest du amerikanische Nahrungspflanzen sowie eine Auswahl an Gewürzen, Gewürzen und Kräutern.

Ein 3.000 m² grosser Teich im unteren Teil zeigt verschiedene Wasserpflanzen, darunter heilige Lotusblumen, Seerosen und Papyrus. Dieser Bereich zählt zu den Highlights des Gartens. Besucher schwärmen von den beeindruckenden Seerosen mit gigantischen Blättern.

26 Olivenbäume aus dem Olivenhain zeugen von der Geschichte Val Rahmehs. Sie wurden vermutlich im 17. Jahrhundert gepflanzt. Diese lebenden Zeitzeugen verbinden Vergangenheit und Gegenwart.

Wissenschaft und Naturschutz

Eine Mission des Gartens ist die Erhaltung gefährdeter, seltener oder ausgestorbener Arten. Val Rahmeh wurde zum Erhaltungsgarten für Sophora toromiro, eine auf der Osterinsel endemische Strauchart, die in der Wildnis ausgestorben ist. 1957 blieb nur noch ein Exemplar, von dem Thor Heyerdahl Samen sammelte.

Val Rahmeh widmet sich der Akklimatisation. Das Museum führt seit 1966 neue Arten ein. Etwa 1.700 Taxa (Arten, Unterarten und Varietäten) teilen sich das Gelände.

Der Garten verfügt über drei Gewächshäuser zum Schutz empfindlicher Arten im Winter und zur Unterbringung xerophytischer und sukkulenter Pflanzen, die feuchtigkeitsempfindlich sind.

Praktische Informationen für deinen Besuch

Von November 2025 bis März 2026 öffnet der Garten von 10:00 bis 17:00 Uhr. Von April bis Oktober gelten die Öffnungszeiten von 10:00 bis 18:00 Uhr. Der Garten schliesst dienstags sowie am 1. Mai und 25. Dezember.

Der reguläre Eintrittspreis beträgt 8 Euro, ermässigt 6 Euro. Jugendliche zwischen 3 und 25 Jahren mit EU-Wohnsitz erhalten freien Eintritt.

Die Adresse lautet: Jardin Botanique Val Rahmeh, avenue Saint-Jacques, Menton (06500). Vom Rathaus zum Garten läufst du etwa 20 Minuten. Der Weg führt leicht bergauf, ist aber gut machbar.

Ein Audioguide kostet nur 1 Euro. Er vertieft dein Verständnis der Sammlungen. Donnerstags um 10:15 Uhr finden Führungen mit einem Gärtner statt. Hunde sind an der Leine erlaubt.

Die beste Zeit für deinen Besuch

Der Garten bietet zu jeder Jahreszeit eine reizvolle Landschaft. Im Winter tragen Zitrusbäume Früchte, im Frühling duften ihre Blüten, von Sommer bis Herbst bewunderst du die riesigen Blätter der Victorien.

Frühmorgendliche Besuche bieten kühlere Temperaturen und weniger Andrang. Das goldene Licht am späten Nachmittag taucht die Pflanzen in warme Farben. Perfekt für Fotografien.

Plane mindestens zwei Stunden ein. Der Garten lädt zum Verweilen ein. Zahlreiche Bänke bieten Ausblicke auf die Vegetation und aufs Meer. Du hörst Vögel zwitschern und Wasser plätschern.

Warum sich ein Besuch lohnt

Der Botanische Garten Val Rahmeh in Menton vereint mehrere Qualitäten. Die wissenschaftliche Sammlung ist erstklassig. Die Atmosphäre bleibt intim und entspannt. Die Lage zwischen Bergen und Meer schafft einzigartige Bedingungen.

Der Garten erhielt 2013 das Label "Jardin Remarquable". Diese Auszeichnung würdigt seinen aussergewöhnlichen Wert. Du besuchst keinen gewöhnlichen Park, sondern ein lebendiges Museum.

Die Kombination aus Schönheit und Bildung macht Val Rahmeh besonders. Jede Pflanze trägt eine Beschriftung mit botanischen Informationen. Du lernst über Herkunft, Eigenschaften und Verwendung. Kinder und Erwachsene finden gleichermassen Inspiration.

Menton wird oft als "Perle Frankreichs" bezeichnet. Der Botanische Garten Val Rahmeh verkörpert diesen Ruf. Er zeigt, wie Mensch und Natur harmonieren können. Wie Wissenschaft und Ästhetik sich ergänzen.

Empfehlungen

Ein Besuch im Botanischen Garten Val Rahmeh in Menton bereitet Freude. Du tauchst in eine Welt tropischer und subtropischer Pflanzen ein. Mitten an der Côte d'Azur erlebst du botanische Vielfalt aus allen Kontinenten.

Trage bequeme Schuhe. Die Wege sind gepflegt, aber teils uneben. Bringe eine Wasserflasche mit. Packe eine Kamera ein – die Fotomotive sind endlos.

Verbinde deinen Besuch mit einem Spaziergang durch Mentons Altstadt. Oder kombiniere ihn mit anderen Gärten der Region. Die Serre de la Madone liegt ganz in der Nähe.

Der Garten eignet sich für alle Altersgruppen. Botanikbegeisterte finden seltene Arten. Familien geniessen die friedliche Atmosphäre. Fotografen entdecken ständig neue Perspektiven.

Val Rahmeh zeigt, warum Menton als Gartenstadt gilt. Das milde Klima erlaubt aussergewöhnliche Akklimatisationen. Die Pflege durch das Naturhistorische Museum sichert höchste Qualität.

Nimm dir Zeit. Hetze nicht durch die Alleen. Setze dich auf eine Bank. Atme den Duft der Blumen. Höre dem Wind in den Palmen zu. Beobachte Schmetterlinge und Vögel.

Der Botanische Garten Val Rahmeh in Menton ist mehr als eine Sehenswürdigkeit. Er ist ein Ort der Regeneration. Ein Fenster zur globalen Pflanzenvielfalt. Eine Liebeserklärung an die Natur.